Materialfehlern auf der Spur
In unserer technisierten und automatisierten Welt ist zuverlässige Technik von enormer Wichtigkeit, denn oftmals verlassen wir uns unbewusst auf verantwortungsbewusste Konstruktionen, die uns täglich in unserem Alltag begegnen. Dieses Vertrauen wird selbstverständlich gerechtfertigt, denn unterliegen gerade lebenswichtige Bauteile gesetzlichen Normen und Richtlinien. Daher werden sie umfangreichen Prüfungen unterzogen um so sicherzustellen, dass die Funktion und Sicherheit während ihres Einsatzes gewährleistet ist. Die Oberflächenrissprüfung ist unter anderem Bestandteil dieser Prüfungen.
Die Oberflächenrissprüfung erfolgt per Farbdringprüfung oder Magnetstreuflussverfahren oder auch mittels Wirbelstromrissprüfung.
Diese Prüfungen dienen dem zuverlässigen Aufspüren von Materialfehlstellen.
Farbeindringprüfung
Das Farbeindringverfahren ist eines der ältesten zerstörungsfreien Prüfverfahren und dient zur Oberflächenrissprüfung. Hierbei wird der Kapillareffekt von zur Werkstückoberfläche hin offenen Materialtrennungen / Rissen ausgenutzt. Ein vom Prüfer auf die Bauteiloberfläche aufgebrachter Farbstoff dringt in die Risse ein und verbleibt nach der anschließenden Reinigung der Bauteiloberfläche in der Materialtrennung. Ein Entwickler,
der nach der Reinigung auf die Werkstückoberfläche aufgebracht wird,
zieht diesen Farbstoff aus den Materialtrennungen / Rissen heraus.
Durch dieses "Ausbluten" der Risse wird der Riss für den Prüfer auf der Oberfläche sichtbar.
Die Farbeindringprüfung eignet sich für die Oberflächenrissprüfung von fast allen Materialien. Sie findet eine breite Anwendung in der Industrie, so dass wegen der vielfältigen Einsatzmöglichkeit auf eine Aufzählung der Anwendungsfälle verzichtet werden kann.
Magnetpulverprüfung
Bei der Magnetpulverprüfung werden Oberflächenfehler und oberflächennahe Fehler ermittelt, wie zum Beispiel Haarrisse an magnetisierbaren Stahl- oder Eisenwerkstoffen. Durch die Magnetisierung des Bauteils entsteht ein Streufluss, so dass die im Prüfmittel vorhandenen magnetisierbaren Teilchen haften bleiben. Durch den Kontrast zwischen Prüfmittel und Untergrund wird dieser Effekt sichtbar.
Wirbelstromprüfung
Die Wirbelstromprüfung ist eine schnelle, präzise und kosteneffektive Methode der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung, die sich zur Aufgabe gemacht hat, Oberflächen- oder oberflächennahe Materialfehler zu entdecken. Der Vorteil der Wirbelstromprüfung liegt in der quasi berührungsfreien Arbeitsweise, der hohen Empfindlichkeit bei mikroskopisch kleinen Fehlern sowie der sehr hohen Prüfgeschwindigkeit. Dieses Verfahren findet Anwendung bei der Prüfung von Rohmaterialien sowie bei Wartungsprüfungen oder bei Qualitätskontrollen an fertigen Produkten.